Karateka – 11 überzeugende Ergebnisse, die du mit richtigem Training erzielst

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Karateka-richtiges-Training

Der Karateka ist fit.

Der Karateka ist brutal.

Der Karateka ist diszipliniert.

Der Karateka kann kämpfen.

Der Karateka kann mit seinen Füßen Stellen treffen, die der Normalo nicht mal mit Händen erreicht.

Soweit die Klischees.

Lass dir eins sagen: Sie sind allesamt falsch.

Ich habe auf Lehrgängen altehrwürdige Senseis und Shihans gesehen, deren Bäuche aussahen, als hätten sie 4 Melonen auf einmal verschluckt.

Fitness? Beweglichkeit?

Fehlanzeige!

Karateka – Lautstark und harmlos

Viele Karatekas schreien brutal herum. Das können sie gut. Doch mehr, als jemanden zu erschrecken, vermögen sie nicht.

Doch! Sie können auf brutale Art wehrlose Holzbretter durchschlagen.

Respekt!

Bei den Karatekas gibt es disziplinierte, die kein Training versäumen. Und es gibt diejenigen, die einmal im Monat beim Training vorbeischlendern und sich dann beschweren, dass sie trotz Sport nicht fit sind.

Soweit so normal in jedem Sport.

Einige wenige Karatekas können kämpfen. Wenn sie denn richtig trainieren. Hier zählt vor allem eins:

Der Vollkontaktmodus.

Alles andere verdient den Namen „KAMPFkunst“ nicht. Wer glaubt, durch das Training von Katas oder traditioneller Grundschule ein guter Kämpfer zu werden, täuscht sich gewaltig.

Viele Karatekas trainieren nach dem Sun-Dome-Prinzip. Sie stoppen ihre Techniken vor dem Ziel ab. Damit trainieren sie lediglich eins: Vor dem Ziel abzustoppen.

Weiter nichts.

Der promovierte Sportwissenschaftler Ralf Pfeifer hat dies wunderbar in einem Vortrag begründet.

Warum du keine Angst vor Vollkontakt haben musst

Natürlich prügeln wir in unserem Training nicht aufeinander ein. Unser Altersdurchschnitt liegt jenseits der 30. So können es sich die meisten nicht leisten, mit blauen Augen oder humpelnd im Job zu erscheinen.

Unser wichtigstes Ziel im Training ist die Erhöhung der Kampffähigkeit. Dabei richten wir uns nach den Anforderungen eines Kampfes ohne Regeln oder zumindest eines Wettkampfes im Vollkontaktmodus.

Vollkontakt ist im Normalfall ein Wettkampfmodus. Auch auf der Straße wird ein Angreifer mit voller Kraft zuschlagen oder treten. Wenn du dich auf diese Formen des Kampfes vorbereiten willst, kommst du an einem Training mit echtem Kontakt nicht vorbei.

Dabei kontrollieren wir den Kontakt permanent. Wir passen ihn an den jeweiligen Übungspartner an.

In dem Sinne praktizieren wir Vollkontakt-Karate. Für unser Training passender ist dabei der Begriff

Kontrollierter Kontakt.

An der Pratze üben wir, voll zuzuschlagen und zu treten. Doch bei Partnerübungen ziehen auch unsere Schwarzgurte nie voll durch. Du kannst dich darauf verlassen, dass du unser Training gesund wieder verlässt.

Mythos Beweglichkeit

Dass jeder Karateka seine Füße über Kopfhöhe bekommt, ist weder wahr noch notwendig.

Wenn du im Training großen Wert auf Selbstschutz legst, gehören hohe Tritte eher nicht zu deinem Repertoire.

Wer in einem Straßenkampf hoch tritt, hat wahrscheinlich selbst zu oft einen gegen die Birne bekommen.

Oder noch zu selten, um aus seinen Fehlern gelernt zu haben.

Doch was erreichst du als Karateka durch ein gutes Training? Und was zeichnet ein gutes Karate-Training aus?

Ich zeige dir 11 mögliche Ergebnisse des Karate-Trainings.

1. Du wirst beweglich und fit.

Karate ist ein geniales Training. Du bewegst den ganzen Körper. Du arbeitest in Muskelketten. So bekommst du bei jeder Übung die Summe vieler Effekte zum kleinsten Preis. Wenn die Währung deine Zeit ist.

Du sparst nicht nur Zeit, sondern hast auch noch Spaß.

Doch dazu sollte dein Training sinnvolle Inhalte bieten.

Arbeite bei jeder Technikausführung mit Körperdrehung und Körperbewegung. Diese Art von Beweglichkeit ist gut. Im Gegensatz zu der oben genannten.

Die Körperdrehung bemerkst du daran, dass deine Gürtelenden fliegen.

Dass du deinen Körper bewegt hast, entdeckt dein Übungspartner, wenn du im Lauf des Drills deine Position wechselst. So muss er sich neu orientieren, was dir einen deutlichen Vorteil verschafft.

Wenn dein Partner nach deiner geradlinigen Technik (wie dem Fauststoß Oi Tsuki) sein Gesicht verzieht, hast du deinen Schlag mit einer Körperbewegung kombiniert. Du hast sozusagen dein Körpergewicht hinter deine Technik gebracht.

Bitte keine Gymnastik!

Hast du in Kampfsport-Trainings schon ewig langes Aufwärmen und Dehnen erlebt?

Das ist blanker Unsinn!

Du solltest dich kampfspezifisch aufwärmen. Übertriebene Gymnastik, Ballspiele und ähnliches sind vergeudete Zeit. Bei Ballspielen kommt für unaufgewärmte oder ehrgeizige Zeitgenossen eine hohe Verletzungsgefahr hinzu.

Deine Muskeln solltest du beispielsweise vor hohen Tritten kurz andehnen. Das reicht! Der Dehnungseffekt hält ohnehin nur wenige Minuten.

Warum dein Karate-Trainer lügt, wenn er Null-Kontakt trainiert

Wenn du viele Techniken in die Luft ausführst, frage deinen Trainer nach dem Sinn. Er wird dir nebulöse Erklärungen geben. Oder behaupten, die Techniken seien zu gefährlich, um sie einen Anfänger an einem lebenden Menschen ausführen zu lassen.

All diese „Begründungen“ sind absoluter Mist.

Aus sportwissenschaftlicher Sicht.

Aus Psychologischer.

Aus Didaktischer.

Genau genommen fällt mir überhaupt keine Begründung ein, warum du Stunde für Stunde, Woche für Woche, Jahr für Jahr die Luft durchpflügen solltest.

Du willst doch eines lernen: kämpfen! Und nicht Luft zufächeln…

Die einzig ehrlichen Begründungen deines Trainers wären folgende:

  1. Du Anfänger. Ich Sensei (Shihan, Sifu, Meister…). Ich bestimme, was du wann machst. Mir geht es darum, dich zu beherrschen.
  2. Ich habe keine Ahnung, warum du ohne Kontakt trainieren sollst. Mein Meister hat es mir so gezeigt, und ich hinterfrage nicht.

Trainiere demnach immer mit Kontakt.

Nur dann trainierst du biomechanisch korrekt.

Nur dann trainierst du gleichzeitig deine Kraft.

Nur dann trainierst du echtes Karate.

Den Kontakt passt du selbstverständlich immer an deinen Partner an. Den Anfänger pumpst du nicht weg. Du willst ja, dass er wieder kommt.

Um deine Kraft weiter zu steigern, machst du Hojo undo. Heute sagt man dazu „funktionelles Training“.

Du arbeitest mit deinem Körpergewicht, mit Kettlebells, mit einfachen Gewichten und Trainingsmitteln wie Sandsack, Medizinbällen, Therabändern und Makiwara.

Mehr brauchst du nicht.

2. Du kannst deinen Körper auf einzigartige Weise kontrollieren.

Du fühlst dich gut, wenn du deine Füße in Kopfhöhe schleudern kannst. Das kann nicht jeder.

Wenn du einen einwandfreien Ushiro mawashi geri getreten hast, zeigt sich das Publikum beeindruckt. Hast du einen Tornado kick herbeigewirbelt, lächelt die Damenwelt verzückt.

Welche Akrobatik! Welche Fitness!

Doch mehr als das ist es nicht. Es sind schöne Effekte für den Kinofilm oder Drills fürs Training, um deine Beweglichkeit und Koordination zu steigern.

Solltest du Kampffähigkeit als Ziel haben, ist Körperkontrolle ein Nebeneffekt.

Deine Trainingsziele sind

  • Präzision und
  • richtiger Auftreffwinkel aus jeder Kampfsituation heraus.

Du übst anders.

Dein Partner bewegt sich. Er dreht sich. Und du trittst, schlägst und wirfst so, dass deine Techniken effektiv bleiben.

Du arbeitest immer mit Kontakt.

Alles andere ist Zeitverschwendung.

3. Du trainierst deinen Geist.

Der Kampf ist eine chaotische und komplexe Situation.

Als Karateka lernst du, diese zu beherrschen und zu dominieren. Du willst ungeschoren aus einem Kampf herauskommen.

In dem Sinne trainierst du neben deinem Körper deinen Geist.

Du lernst, dich in komplexen und dynamischen Situationen zielgerichtet zu verhalten. Dies gelingt dir jedoch nur in Kampfspielen und mit beweglichen Übungspartnern.

Schlägst oder trittst du permanent in die Luft oder nur mit minimaler Kraft, lernst du lediglich:

  • Wie du einem anderen Menschen Angst machst und
  • Wie du einen anderen Menschen halbherzig berührst.

Als guter Karateka und überlegener Kämpfer kannst du jedoch aus vielen Winkeln und verschiedenen Distanzen wirksame Techniken anbringen. Und du kannst deine Kraft ins Ziel übertragen.

Du kannst den Gegner täuschen. Du kannst ihn lesen und damit seine Aktionen und Reaktionen vorausahnen. So treibst du jeden Gegner in die Verzweiflung. Denn du hast immer die passende Antwort auf seine Techniken.

Übrigens haben viele Budo-Lehrgänge für mich eher humoristischen Unterhaltungswert. Denn die Techniken, die sehr oft gezeigt werden, funktionieren nur mit einem willigen Schüler. Sobald sich ein Partner weniger kooperativ zeigen würde, könnte der „Meister“ überprüfen, ob das Gezeigte tatsächlich funktionieren würde.

Überraschend viele Referenten und Budo-Lehrer verzichten lieber auf Realismus, behaupten dabei jedoch dreist, ihre Kunst sei zum Selbstschutz geeignet.

4. Du trainierst für den Selbstschutz.

Gib’s zu!

Du hast mit Karate oder einem anderen Kampfsport begonnen, weil du wie Chuck Norris werden wolltest.

Furchtlos. Unbesiegbar. Übermenschlich.

Du weißt, Chuck Norris kann sogar eine Drehtür zuschlagen.

Die bittere Wahrheit ist jedoch:

Weniger als 5 % aller Kampfsportler und -künstler können kämpfen.

Zumindest wenn sie sich einem halbwegs realistischen Kampf stellen.

Kampfsportler sind an ihren Wettkampf angepasst.

Betrachten wir zum Beispiel den Taekwondoka. (Ein Erbsenzähler hat in einer Rezension bei Amazon mal darauf hingewiesen, dass es auf Koreanisch korrekt „TaekwondoIN“ hieße.)

Im Taekwondo-Wettkampf bekommst du Punkte, wenn du mit deinem Fuß den Kopf des Gegners triffst. Deshalb hängen die Arme des Wettkämpfers meist wie tote Aale am Körper.

Im Sportkarate belauern sich die Wettkämpfer und springen dann mit wildem Geschrei auf den Gegner zu, um einen einzigen Treffer zu landen.

Mit realistischem Selbstschutz hat dies alles wenig zu tun.

Nahkampf-Experten stellen fest, dass in einer Schlägerei zum größten Teil die Psyche entscheidet, wer den Kampf dominiert.

Du solltest demnach deinen Geist nicht nur darauf trainieren, sich an das Kampf-Chaos zu gewöhnen. Vielmehr musst du dafür sorgen, dass dein mentales Gerüst nicht nach dem ersten Treffer zusammenklappt.

Dies gelingt dir nur, wenn du Körper und Psyche abgehärtet hast. Nur eine Art des Trainings bringt diese Konditionierung:

VOLLKONTAKT, wobei du den Kontakt im Training kontrollierst.

Alles andere ist Zeitverschwendung, wenn du kämpfen lernen willst.

In einer Schlägerei spürst du Adrenalin und Angst. Du bekommst den Tunnelblick und kannst nicht mehr klar denken.

In dieser Extremsituation greifst du auf archaische Programme zurück. Du bringst keine komplizierten Hebel an oder triffst exakt den Solarplexus.

Du kannst nur grobmotorische Techniken nutzen. Und genau die musst du trainieren.

Alles andere ist Zeitverschwendung.

Auf der Straße wirst du fast nie geradlinige Faustangriffe oder High Kicks erleben. Auch Griffe zum Handgelenk gehören in die historische Mottenkiste.

Bereite dich auf unsaubere Schwinger vor. Auf kurze Tritte in die Leistengegend.

Jede andere Vorbereitung ist Zeitverschwendung.

Das Mindset des überlegenen Kämpfers

In einer Schlägerei oder im Vollkontakt-Wettkampf kannst du grundsätzlich 2 verschiedene Strategien verwenden:

  1. Du bist Barbar.
  2. Du bist Magier.

Der Barbar verlässt sich auf seine Stärke und seine Härte. Er steckt Treffer lächelnd weg. Obwohl, als Barbar lächelst du nicht. 😉

Der Magier arbeitet mit Intelligenz und Illusion. Er ist nie dort, wo ihn der Gegner vermutet. Er täuscht und nutzt die Bewegung des Angreifers.

Der beste Kämpfer vereinigt beide Strategien in sich. Er wird zum barbarischen Magier.

Seine Techniken sind vernichtend. Treffer steckt er locker weg. Dabei ist er beweglich und geschmeidig. Er täuscht den Gegner und zieht ihn in verwirrende Kreisbahnen hinein.

So trainieren wir.

5. Training bringt Spaß

Bist du Buchalter oder Verwaltungsbeamter aus Leidenschaft? (Wobei ich die beiden Berufe nicht so recht mit feuriger Begeisterung in Verbindung bringen kann.)

Dann magst du die Routine. Jeden Tag dasselbe. Das beruhigt dich. Gibt dir Sicherheit.

Jeder normale Mensch liebt ein wenig Abwechslung.

Auch beim Training.

Wenn in eurem Training die ersten 20 – 30 Minuten immer gleich sind, müsst ihr euch nicht wundern, wenn kein Schüler mehr erscheint. Die langweilen sich einfach.

Wenn euer gesamtes Training aus den stets gleichen Übungen besteht, erscheinen auf Dauer nur die Buchhalter-Typen. Denn wer quält sich schon gern durch endlose Routinen?

Nun wenden die Gläubigen der japanischen Lehrmethoden ein, dass diese Qual den Charakter schule.

Quatsch!

Permanente geistige Unterforderung führt zum Boreout. Sonst nix.

Zweites Argument der Befürworter des ewig Gleichen: Der Schüler muss tausende Wiederholungen der einen Technik, der einen Kata etc. absolvieren. Nur dann habe er es richtig gelernt.

Ja, Wiederholung ist wichtig, um zu lernen. Doch du kannst bekannte Techniken immer neu zusammenstellen. So merkt das Gehirn nicht, dass es gerade wiederholt.

Neue Bausteine im Training bringen neue Impulse.

Ergo: Gestalte dein Training abwechslungsreich!

Baue viele Techniken und Drills aus verschiedenen Stilen ein.

Betrachte die Welt des Budo wie einen Sandkasten, in dem du spielst. Du nimmst dir da ein Förmchen und dort ein Schäufelchen und schaust, was du Schönes damit zusammenbauen kannst.

So trainieren wir.

6. Du erlebst Gemeinschaft.

Du kannst für dich allein trainieren. Du kannst stundenlang Katas laufen. Du kannst vor dem Spiegel deine Techniken bewundern.

Doch beim Karate ist es wie beim Sex. Mit mehr Leuten macht es mehr Spaß.

Und noch etwas haben Karate und Sex gemeinsam: Nur mit Anfassen bringen sie Freude. Doch ich wiederhole mich.

Im Shobushinkai erleben wir eine einzigartige Gemeinschaft.

Im Training gehen wir robust miteinander um. Wir fordern einander.

Wenn ein kontaktscheuer Besucher sieht, mit welcher Härte unsere Fortgeschrittenen untereinander zum Teil trainieren, kann das verstörend wirken.

Doch gleichzeitig respektieren wir immer die Grenzen des Übungspartners. Wir passen uns stets an.

Uns alle eint, dass wir gemeinsam lernen.

Jeder Einzelne entwickelt sich durch die Hilfe des Trainers, des Übungspartners und der Gruppe.

So entsteht ein wunderbarer Zusammenhalt, den wir auch bei Feiern und Fahrten spüren.

7. Du kannst abschalten.

Ich erlebe im Training oft eine Art meditativen Effekt.

Ich muss mich voll konzentrieren. Auf den Partner, auf die Technik, auf den Drill.

Schweifen meine Gedanken ab, verliere ich den Fokus und ernte Schmerzen.

Im Training hört der Verstand auf zu plappern.

Alltagssorgen bleiben vor der Tür.

Im Training bist du im Hier und Jetzt. So wie es Buddhisten und andere predigen.

Für mich ist jedes Training ein kleiner Urlaub vom Leben außerhalb des Dojos.

8. Du entwickelst deine Persönlichkeit.

Wenn du so trainierst wie wir, arbeitest du automatisch permanent an deiner Persönlichkeit. Durch den meditativen Effekt des Trainings und deine wachsende Selbstsicherheit findest du zu Gelassenheit. Du wirst innerlich ruhig.

Manches, was dich früher auf die Palme gebracht hat, lässt dich heute milde lächeln.

Manches, was dich früher zur Verzweiflung gebracht hat, lässt dich heute zuversichtlich bleiben.

Denn du hast gelernt, mit Frust umzugehen.

Du warst stärker als der Schmerz. Das hat dich abgehärtet. Körperlich. Seelisch.

Dabei bleibst du achtsam gegenüber deinen Mitmenschen und dir selbst.

Im Lauf der Jahre wirst du immer souveräner werden. Dich haut kaum noch etwas um.

Wenn sich heutzutage Menschen mir gegenüber aufzuspielen versuchen, stelle ich mir vor, wie stark sie auf der Matte wären. Diese Fantasie ist meine Nadel für aufgeblasene Egos.

9. Karate wird Teil deiner Identität.

Am Anfang macht dir das Training lediglich Spaß. Du lernst schnell, du wirst fitter und beweglicher.

Im Lauf der Zeit wird aus deiner Begeisterung Leidenschaft. Denn du hast etwas gefunden, dass mehr als nur ein Hobby ist.

Als Karateka arbeitest du beständig an dir. Durch neue Gürtelfarben oder mehr Streifen auf deinem Gürtel zeigst du nach außen, dass du geduldig und ausdauernd trainierst.

Da nur wenige so trainieren wie du, kannst du dich als etwas Besonderes fühlen.

10. Du wirst zum Lehrer.

Früher oder später unterrichtest du Karatekas, die weniger Erfahrung haben als du. Damit sammelst du weitere wertvolle Erfahrungen.

Zum einen bist du Lehrer und Trainer. Du lernst, dein Wissen und deine Fähigkeiten weiter zu vermitteln. Du machst dir Gedanken über

  • den Trainingsaufbau,
  • die Didaktik,
  • Sinn und Unsinn bestimmter Übungen,
  • Kampffähigkeit und vieles weitere mehr.

Dies wird dir eine wunderbare Herausforderung sein. Du wirst als Persönlichkeit reifen.

Als Trainer bist du gleichzeitig Chef. Du bist verantwortlich für die Gesundheit und die Entwicklung deiner Schüler.

Du lernst, die Gruppe

  • zu führen,
  • zusammenzuhalten,
  • zu schützen – vor Ausreißern, Langeweile und gefährlichen Egos,
  • und nicht zuletzt zu unterhalten.

All dies ist wertvolle Führungserfahrung für dich. Für ähnliche Kompetenzen legen manche Menschen Zehntausende Euros auf den Tisch. Zum Beispiel als Investition in Chef-Schulungen.

11. Du kannst ein Leben lang dich selbst vervollkommnen.

Karate bietet dir die einzigartige Möglichkeit, bis an dein Lebensende Körper und Geist zu trainieren.

Du gewöhnst dir ein mentales Muster an. Du strebst nach Perfektion, ohne sie krampfhaft zu verfolgen. Du willst jeden Tag ein wenig besser sein als gestern.

Das überträgt sich auf viele Bereiche deines Lebens. So arbeitest du beständig an dir und wirst immer besser. Dabei lernst du, dass du dich nur mit einem Menschen auf dieser Welt vergleichen solltest: mit dir selbst.

Fazit

Du hast gelesen, was wir unter Karate verstehen. Du weißt, wie wir trainieren und was uns Karate bedeutet.

Die Hauptziele unseres Trainings sind

  • Kampffähigkeit
  • Fitness und
  • Spaß

Du kannst von unserem Karate-Training erwarten:

  1. Beweglichkeit und Fitness
  2. Körperkontrolle
  3. Einen geschulten Geist
  4. Die Fähigkeit zum Selbstschutz
  5. Spaß dank Abwechslung
  6. Gemeinschaft
  7. Einen meditativen Effekt
  8. Persönliche Entwicklung
  9. Teil deiner Identität
  10. Lehr- und Führungserfahrung
  11. Lebenslanges Vervollkommnen

Wie sonst kannst du all diese Ergebnisse durch eine einzige Betätigung, ein einziges Training erreichen? Leistet all das auch dein Stil?

Wir trainieren Shobushinkai Karate.

 

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Axel Maluschka ist Wirtschaftsmathematiker, Trainer, Redner und Autor. Er zeigt dir, wie du dich in Konflikten behaupten kannst. Er prügelt sich regelmäßig und hat darüber 7 Bücher geschrieben. Aus dem Karate hat er Regeln abgeleitet, die dir helfen, bei explosiver Kommunikation gelassen und souverän zu bleiben. Sein Motto: "Geist siegt über Technik. Low Kick bricht Geist."

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15 Gedanken zu „Karateka – 11 überzeugende Ergebnisse, die du mit richtigem Training erzielst

  1. Hi,
    dessen bin ich mir bewusst. Der Zwinker-Smiley ist nicht umsonst dabei. 🙂

    Das Beleidigigen meinte ich eigentlich mit rauen Ton. Man kann in seiner Kritik sehr direkt und auch hart sein, aber die Kritik sollte dann auch auf die Sache bezogen sein und das kann man auch respektvoll tun. Genau das war in meinen Augen nicht der Fall.

  2. Hallo Axel,
    ich hab mich von der unsachlichen KKB Diskussion jetzt absentiert. Das sind zum Großteil „Tastaturkrieger“, die sich – warum auch immer – angegriffen fühlen. Ist eine typisch deutsche Art den Zeigefinger zu heben. Wenn man sich jedoch die teils hinterlegten Videos aus deren DoJos zum Thema Kumite mal ansieht, dann begreife ich nicht, wieso hier derart „die Klappe“ aufgerissen wird. Sich Boxhandschuhe mit 50 Unzen anzuziehen und dann hin und herzuspringen wie schlechte Florettfechter ist nur noch peinlich. Statt Deinen Beitrag als Einladung zu verstehen sich unser Training mal anzuschauen und dann konstruktiv zu kritisieren, wird hier aus „sicherer“ Entfernung – teils sehr unsachlich – gehetzt. Bilder, die von einem nicht Kampfsportler beim Training einfach so geknipst wureden und nicht die Intention von Lehrbildern haben werden da plötzlich technisch zerrissen – dabei ging es nur um Trainings- Impressionen… Kritik auf der Matte wäre da dienlicher und jeder aus unserem DoJo würde sich dieser stellen und im Falle der tatsächlichen Falsifikation die Kritik auch annehmen. Allem voran Jürgen, der seit 50 Jahren sehr vieles an Kampfsport gelebt hat. Schade. Die Jungs lassen sich da was entgehen. PS: Würdigen möchte ich jedoch den vorletzten Beitrag von Thomas L. –> Kyokushin Mann, der sehr sachlich ist und nicht in den Hetzhype einsteigt.
    Bis morgen dann.
    LG
    Dirk

    1. @Dirk – Dir ist schon bewusst, dass die Leute und auch sonst die ganze Welt hier mitlesen können? 😉

      Also ich finde schon, dass der Text teilweise sehr provokativ ist und das wollte Axel ja auch, wie er selbst bestätigt hat. Ich kann daher verstehen, dass da manche Leute nicht sehr erbaut darüber sind und sich davon angesprochen und angegriffen fühlen. Da sich in den meisten Foren Leute aller Coleur versammeln, wundert es mich auch nicht, dass da ein rauer Ton mitschwingt. Der Inhalt wird da eher zur Nebensache. Von daher bin ich auch wenig davon überrascht, dass die gleichen Leute, die von Axel Respekt einfordern, genau diesen Respekt in ihrer Kritik missen lassen.

      Ansonsten stimmt es natürlich schon, dass die Bilder Missinterpretationen zulassen, weil sie eben nicht die idealtypische Situation darstellen oder unser gesamtes Training abbilden. Auf der anderen Seite sind die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen meiner Ansicht nach auch recht gewagt (Bei Tritt an die Pratze – Deckung nicht vorhanden = Das kann ja gar nicht zur SV geeignet sein).

      1. Hi Alex,

        Ich denke, Dirk hat das sehr bewusst geschrieben. Und ich kann ihm da nur zustimmen.

        Gegen einen rauen Ton habe ich nichts. Gegen den Versuch, mich oder Trainingskollegen zu beleidigen, schon.

        Würden die „Tastaturkrieger“ die Zeit, die sie für das Schreiben ihrer Schmäh-Postings aufwenden, in vernünftiges Training investieren, wären das auf der Matte ernst zu nehmende Gegner. 😉

        LG & Osu!

        Axel

  3. Hallo Axel,
    mir gehts genau anders rum. Früher hatte ich nie Angst. Seit ich jedoch Deine Low Kicks kenne, fürchte ich mich vor jeder Partnerübung mit Dir, o Sensei:-)
    Hallo G-krüger,
    ich fänds auch toll mal einen SEK Mann beim Training zu haben. Wollte früher mal dahin. Es gab 1986 jedoch einen Einstellungsstop… Hoffe Du kommst mal nach Bonn und trainierst mit uns. Das würde unser Training sicher bereichern. Am 3.9.2016 haben wir ein Seminar in unserem DoJo. Ist ein Samstag. Vielleicht klappt es ja!
    LG
    Dirk

    1. Hi Dirk,
      jedes „O Sensei“ gibt einen Low Kick extra! 😉
      Nur zur Klarstellung für Mitleser, die die Ironie deiner Zeilen nicht erkennen können. 😉
      LG & Osu!
      Axel

      1. Hallo Axel,
        sollte nicht ironisch rüberkommen. Die Low Kicks sind wirklich effektiv.
        Wir sehen uns heute Abend.
        LG
        Dirk

  4. Ein Kollege sagte, arsch in der hose kannste nicht lernen. Entweder du hast ihn oder eben nicht

    1. Da bin etwas anderer Meinung. Früher war ich völlig verängstigt, wenn Gewalt in der Luft lag. Das hat sich nach über 20 Jahren Vollkontakt-Training geändert. Auch die Mentalität ist trainierbar! Meine Erfahrung…

      Viele Grüße

      Axel

  5. Als sek Ausbilder kann ich fast alles genauso unterschreiben. Leider ist es aber so, das der intelligente karateka der Auseinandersetzung aus dem weg geht. Fazit ist, ich werde nur ein guter Kämpfer, wenn ich eine hervorragende Veranlagung zum Kampf habe. Hooligans, Skinheads oder jeder Schläger wird aus seinen häufigen realistischen kämpfen lernen ohne es bewußt zu wollen. Inwieweit sich Trainer herausnehmen zu behaupten, sie können Sv im Karate sei dahingestellt, was mir auch dem Verfasser, meinererachtens, trotz des vollkommen richtig dargelegtem Text, auch unwahrscheinlich erscheint. (gerade wegen des intelligenten Textes) ich als Ausbilder und trainer kann also nur Anhaltspunkte zur hauherei geben, denn ich kann rein rechtlich niemanden veranlagten dieser oder jener Person auf den Mund (fresse) zu hauen. Für Axel TOLLER aufrüttelnder Text,!!!!!!

    1. Hallo G.krüger,
      danke für deinen Kommentar und dein Lob.
      Natürlich ist es letztlich das Schlaueste, Schlägereien aus dem Weg zu gehen.
      Wir trainieren keine reine SV, wir haben einige sportliche Anteile drin. Und dennoch bin ich mir sicher, dass die meisten Schüler von uns nach ein paar Jahren unseres Trainings gut gerüstet sind für eine Schlägerei.
      Mein Vorschlag: Falls du mal bei uns in der Nähe bist, komm zum Training vorbei. Dann brauchst du nicht mehr zu spekulieren. Und wir lernen sehr gern von Profis.
      Viele liebe Grüße

      Axel

  6. Hallo Axel,
    wieder mal ein wirklich wunderbarer Beitrag, den ich komplett unterschreiben kann. Bedingt durch den permanenten Kontakt im Training sind wir nicht nur im Kampf „gewachsen“, sondern auch als Gruppe. Es geht im DoJo sehr familiär zu.
    Liebe Grüße
    Dirk

    1. Hallo Dirk,

      da kann ich dir nur zustimmen. Unsere Kontaktfreude hat sicher ihren Anteil an unserem Umgang miteinander.

      Und danke für dein Lob. Das freut das einsame Schriftstellerherz. 😉

      Liebe Grüße

      Axel

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